Aktuelles

10. Juni. 2019

Hart erkämpfter Honda-Sieg beim 8h-WM-Rennen zur 22. German Speedweek

Bei bestem Pfingstwetter erlebten vom 06.-09. Juni 2019 rund 15.000 Besucher ein actionreiches Motorradrennsport-Wochenende der Extra-Klasse! Etliche Highlights, wie der European Street Freestyle Cup, das IDM Paket und die „Rock&Metal Day’z“, machten die 22. German Speedweek zu einem absolut sehenswerten Wochenende in der Motorsport Arena Oschersleben. Insgesamt starteten mehr als 300 Teilnehmer in die unterschiedlichen Rennen – ein neuer Rekord für die German Speedweek.

Die Krönung des Wochenendes war erneut das 8-Stunden-WM-Rennen der EWC, welches in diesem Jahr erst am Sonntag ausgetragen wurde. Nach dem Le-Mans-Start entbrannte direkt ein heißer Kampf an der Spitze. In Runde sieben forderte das hohe Anfangstempo seine ersten Opfer. Die Maschine des Suzuki Endurance Racing Teams (SERT) rutschte aus der Führungsposition ins Kiesbett. Das Team konnte jedoch das Rennen wieder aufnehmen. Auch andere Teams blieben von Problemen nicht verschont. So fielen die Titelanwärter in der Stock-Klasse - GERT56 - durch technische Probleme früh von Rang 8 bis auf Rang 36 zurück. Mit einer Meisterleistung und Top-Rundenzeiten konnte sich die Mannschaft aus Sachsen jedoch wieder bis auf Gesamtrang 13 zurück kämpfen. Dieser Kraftakt reichte dennoch nicht, um sich den Gewinn des World Cup zu sichern. Den Pokal erkämpfte sich das Team „Moto Ain“, welches mit einer Fabelleistung fehlerfrei bis auf Gesamtrang vier fuhr und sich damit den World Cup in der Stock-Klasse sicherte.

In der Gesamtwertung ließen neben SERT auch noch weitere Topteams Federn. Das ERC – BMW Motorrad Endurance kollidierte nach einem Missverständnis auf der Strecke mit einem Konkurrenten. Die Mannschaft um Teamchef Ingo Nowaczyk aus Oschersleben konnte sich aber zur Reparatur zurück in die Box zurück schleppen, kam schlussendlich aber nicht mehr über Gesamtrang 19 hinaus.

In der letzten Rennstunde wurde es dann noch einmal heiß. Marvin Fritz auf der YART-Yamaha musste auf aussichtsreicher Position seine brennende Maschine nach einem Motorplatzer in der Triple abstellen. Nur kurz danach landete das Bike von Honda Endurance Racing an gleicher Stelle spektakulär im Kiesbett, da es scheinbar auf einer Ölspur der YART-Yamaha ausrutschte. Für beide Teams war der Arbeitstag trotzt umfangreicher Reparaturversuche damit beendet. Den Gesamtsieg sicherten sich nach 308 Runden damit die Vorjahressieger und amtierenden Weltmeister von F.C.C. TSR Honda France vor Team SRC Kawasaki France (307 Runden) und VRD Igol Pierret Experiences (Yamaha, 304 Runden).  


Volles Rahmenprogramm

Nach den Trainings am Mittwoch und Donnerstag startete bereits am Freitagnachmittag das Renngeschehen mit dem 4-Stunden-Rennen der Endurance Classics. Dieses gewann das „Team Taurus Sages“ mit einer Harris F1 und führte damit das Feld der historischen Rennmaschinen vor dem Team „Road Runner“ und „ACR 1.1 Endurance Kawasaki“ über die Ziellinie.

Passend ergänzt wurde das abwechslungsreiche Programm durch das Paket der IDM 1000, 600 und 300, für die die Motorsport Arena die zweite Saisonstation bildete. Hier trugen die Piloten von Deutschlands höchster Motorradrennserie gleich zwei ihrer Sprintrennen in weltmeisterschaftlichem Umfeld aus. Einige der Teilnehmer nutzten dabei die Gelegenheit und starteten sowohl in der IDM, wie auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft.

In der Königsklasse IDM Superbike 1000 gibt es jetzt sogar eine Doppelspitze. Erwan Nigon (Kawasaki Weber Motos Racing) und Auftaktsieger Julian Puffe (alpha Racing-Van Zon-BMW) werden punktgleich in der Wertung geführt. Der Franzose bescherte den Grünen in Oschersleben im zweiten Lauf des Wochenendes endlich den lang ersehnten Sieg. Im Ziel knallten die Sektkorken. Das Weber-Motos-Team hatte sich bei der Siegerehrung versammelt wie auch das französische Langstrecken-Team, für das Nigon zusätzlich in der Endurance-Team fährt. Sie sangen voller Inbrunst die französische Nationalhymne bei der Podiumszeremonie mit. „Es ist eine halbe Ewigkeit her, dass Kawasaki ganz oben stand“, empfand Jochen Schmid, der als Gast des IDM-Teams nach Oschersleben gereist war. Der heute 55-Jährige wurde 1995 auf Kawasaki Deutscher Superbikemeister.

Den ersten Lauf gewann Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW), den beim Saisonauftakt ein technischer Defekt in Sachen Titelverteidigung ausgebremst hatte. Inzwischen ist der 22-jährige Ukrainer auf die Ideallinie zurückgekehrt und mit nur noch vier Punkten Rückstand Tabellen-Dritter. Alle fünf in der IDM Superbike 1000 vertretenen Motorradmarken haben mindestens einen Fahrer in den Top Ten. Sie kommen aus sieben Nationen: Deutschland, Ukraine, Frankreich, Schweiz, Österreich, Niederlande, Italien. Die Top-Klasse der IDM ist international hochkarätig besetzt.

Ein schwerer Unfall überschattete die beiden Rennen in der Klasse IDM Supersport 600. Yamaha-Fahrer Dennis Lippert (Ravenol Endurance Motorsport) wurde nach einem Sturz im ersten Lauf in die Universitäts-Klinik nach Magdeburg geflogen und dort weiter versorgt. Das Rennen war sofort abgebrochen worden. Das neu gestartete Rennen gewann Titelverteidiger Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Academy) vor Martin Vugrinec (UNIOR Racing Team) und Gabriel Noderer (Kawasaki Weber Motos Racing). Nachdem er auch den zweiten Lauf gewann, verließ Enderlein die Motorsport Arena als neuer Spitzenreiter in der Klasse. Der Sachse konnte sich bereits ein sattes Punktepolster schaffen. Der Zweite Tom Toparis aus Australien folgt mit 29 Zählern Abstand. Er war im ersten Lauf gestürzt. Sander Kroeze (MGM Racing Performance) aus den Niederlanden macht die Yamaha-Dominanz auf den ersten drei Plätzen komplett.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 konnte Rick Dunnik (Yamaha) seinen Platz an der Spitze verteidigen, auch wenn er in Oschersleben nicht gewann. Der Belgier Angelo Licciardo (Kawasaki) ist Sieger beider Läufe: Ihn trennen jetzt nur noch vier Punkte von Dunnik. Sein niederländischer Landsmann Colin Velthuizen (Kawasaki) fuhr ebenfalls zwei Mal aufs Podium. Der Niederländer belegt Platz drei in der Gesamtwertung. Bester Deutscher ist sein Teamkollege Troy Beinlich (Pößneck, NUTEC-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) auf dem fünften Rang.

Ordentlich IDM- und WM-Luft konnten auch die Teilnehmer des ADAC Junior Cup schnuppern, die das Rennstreckenprogramm abrundeten. Beide Rennen gewann hier Lennox Lehmann (GER) vor dem Tschechen Lukas Simon. Im ersten Rennen ergänzte Lennard Gottlich (GER) das Podium, im zweiten Dustin Schneider (GER).

Für Action und Attraktion neben der großen Strecke sorgte der European Street Freestyle Cup mit seinen EM-Läufen für Motorrad-Stuntfahrer. Hier konnte der amtierende Europameister Foma Kalinin (RUS) die Punktrichter am ehesten überzeugen und die Gesamtwertung für sich entscheiden.

Der erste Auftritt dieser Meisterschaft im Rahmen der German Speedweek zeigte sich als voller Erfolg und unterhielt die Besucher mit abwechslungsreichen Stunts und Shows während des gesamten Wochenendes.

Der Pitwalk am Samstagabend lockte ebenfalls zahlreiche Besucher in die Boxengasse der EWC-Teams. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Rock&Metal Day’z über alle Tage hinweg im Strecken-Infield. Diese brachten Rock- und Metalfans ebenso in Stimmung, wie die angereisten Motorradfans.

Abschließend bedankt sich die Motorsport Arena bei allen Verantwortlichen, Organisatoren, Helfern und vor allem den vielen ehrenamtlichen Sportwarten, ohne die eine solche WM-Veranstaltung nicht möglich wäre.

 

Du befindest dich hier > Aktuelles