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8. Juni. 2019

IDM Superbike: Mikhalchik zurück auf der Ideallinie

Für Ilya Mikhalchik ist die Welt wieder in Ordnung. Der 22-jährige Ukrainer vom alpha Racing-Van Zon-BMW-Team wetzte mit dem Gewinn des ersten IDM Superbike 1000-Laufes in der Motorsport Arena Oschersleben den ersten Teil der Schlappe vom Saisonauftakt aus. Auf dem Lausitzring war der Titelverteidiger im zweiten Lauf in Führung liegend mit einem Elektronikproblem an der neuen BMW S 1000 RR ausgefallen. Den ersten Lauf hatte er gewonnen. Die 25 Punkte reichten dem Titelverteidiger aber nicht, die Führung in der Gesamtwertung zu übernehmen. Er musste sich als Vierter anstellen. An der Spitze ist sein Teamkollege Julian Puffe.

Nach dem ersten Lauf in Oschersleben im Rahmen der FIM Endurance-WM hat sich die Lage für Mikhalchik schon entscheidend entspannt. Durch seinen Sieg ist er bereits auf den zweiten Tabellenrang nach vorn gerutscht. Puffe hat aber noch immer das Zepter in der Hand. Sein Vorsprung beträgt jetzt elf Punkte. Der hochgewachsene Deutsche wurde als Dritter hinter Dominic Schmitter (Yamaha) gewertet.

Schmitter war von seinem Erfolg völlig überwältigt. „Auf einen Podiumsplatz habe ich schon spekuliert, aber dass ich zwischendurch in Führung gehen konnte, hätte ich niemals erwartet.“ Der Schweizer erlitt bei Testfahrten vor zweieinhalb Monaten drei Trümmerbrüche und einen Gelenkbruch in der rechten Hand, verbunden mit zahlreichen Muskelrissen. „Das war der schlimmste Unfall in meiner Karriere“, beteuerte der Yamaha-Pilot. Während der mehrstündigen Operation wurden 18 Schrauben und zwei Platten in seine Hand eingesetzt. „Ich danke meinen Arzt ganz herzlich, dass er die Platten genau in der Richtung eingesetzt hat, dass ich Gas geben und bremsen kann.“ Schmitter ist als Fix-Starter in die IDM eingeschrieben, wird aber trotzdem nur insgesamt drei Mal auftauchen. In Assen und Hockenheim lässt er sich wieder blicken. Der Eidgenosse hat sich auch in der Schweizer Meisterschaft eingetragen, die er komplett bestreitet.

Weil Schmitter vor Puffe ins Ziel kam, verlor dieser (von der Pole Position kommend) noch weitere Punkte. Der Schleizer hat prekäre Stunden hinter sich. Im zweiten Qualifying war der 23-Jährige gestürzt. Die neue S 1000 RR war schwer vom Einschlag gezeichnet. Lange hatte das Team überlegt, das Ersatzbike für Puffe herzurichten, sich dann aber dagegen entschieden. Die Gefahr, kein Material zu haben, falls im Qualifying oder ersten Rennen Zwischenfälle eintreten, erschien doch zu hoch. Das ramponierte Motorrad wurde wieder aufgebaut. Die Mechaniker schraubten bis halb vier morgens.

Erwan Nigon (Kawasaki) wurde Vierter. Der Franzose hat in Oschersleben einen vollen Terminkalender. Er fährt an diesem Wochenende parallel auch in der Endurance-WM. Pepijn Bijsterbosch (BMW) tut das ebenfalls. Der Niederländer hielt die grüne Konkurrenz lange hinter sich, musste zuletzt aber passen.


IDM Superbike 1000-Rennen sind alles andere langweilig. Allein schon die Aufholjagd von Ricardo Brink war einsame Spitze. Der Niederländer hetzte dem kompletten Feld hinterher, nachdem er sich in der ersten Kurve vertan hatte. Statt einzubiegen, rauschte er kerzengerade in den Kies. Lohn der Mühe: Platz 11 nach 18 Rennrunden.


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Text: Anke Wieczorek

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