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15. Mai. 2017

Team Völpker NRT48 blickt auf Heimrennen in der Motorsport Arena voraus

Wenn die Motorsport Arena Oschersleben vom 18. bis 21. Mai erneut Austragungsort der German Speedweek ist, wird auch bei der 20. Ausgabe des Motorradklassikers das Team Völpker NRT48 powered by Schubert Motors um Teamchef Ingo Nowaczyk aus Oschersleben am Start sein.

Im vergangenen Jahr kam das Team als Führender der so genannten Stocksport-Klasse zum Saisonfinale nach Oschersleben, in diesem Jahr stellt das achtstündige Rennen in der FIM Langstrecken Weltmeisterschaft den dritten von fünf Saisonläufen dar, dennoch hat das heimische Team nur noch theoretische Chancen auf den Titel. Als Sechster der Stocksport Wertung haben die Lokalmatadore bereits 37 Punkte Rückstand auf das französische Führungsduo vom Tati Team (Kawasaki) und Moto Ain CRT (Yamaha). In der seriennahen Klasse, in der die Oscherslebener BMW antritt, stellt die Motorsport Arena sogar schon das vorletzte Rennen der Saison dar – das WM-Finale in Japan zählt nicht in diese Wertung.

Nowaczyk sieht es pragmatisch: „Ich gehe davon aus, dass wir im Titelrennen in unserer Stocksportwertung keine Rolle mehr spielen können, selbst wenn die anderen ausfallen, kommen wir da oben nicht mehr ran. Aber wir haben uns jetzt eben ein neues Ziel gesteckt und das ist, das Heimrennen in unserer Klasse zu gewinnen und ich denke, das ist auch absolut realistisch. Wir waren schon zum Saisonauftakt beim Bol d’Or nur mit einem Motorrad und dem halben Team angerückt und haben ein überraschend gutes Ergebnis abgeliefert. In Le Mans sind wir leider ausgefallen. Dennoch weiß ich, dass wir in unserer Klasse ganz vorn mitfahren können und daher nehmen wir uns den Heimsieg fest vor.“

Der Teamchef hat eine klare Strategie, wenn es darum geht, am Ende das bestmögliche Teamergebnis zu erzielen: „Jan Bühn, Stefan Kerschbaumer und Lucy Glöckner sind schnelle Fahrer, aber wie immer bei uns im Team gilt nicht die Spitzengeschwindigkeit. Wir nehmen den Fahrern im Prinzip den Luxus, den diese BMW eigentlich bietet. Wir machen das Motorrad so lange schwerer fahrbar, bis die Fahrer absolut an der Grenze sind. Das klingt komisch, dadurch, dass wir damit aber diverse technische Helfer abstellen können, verbrauchen wir einfach sehr viel weniger Sprit als die Konkurrenz. Ich gebe immer die Marschroute aus, dass wir am Ende so weit wie möglich vorn stehen wollen. Wenn wir also auf die Distanz deutlich weniger Boxenstopps brauchen, können wir die etwas langsamere Maschine kompensieren. Dafür ist sie aber eben auch zuverlässiger. Ich nehme teilweise Spitzendrehzahlen raus und will das perfekte Maß zwischen Fahrbarkeit und Ausdauer erreichen. Mittlerweile sind wir auf allen Strecken deutlich länger unterwegs als die Konkurrenz. Wären wir in Le Mans nicht ausgefallen, hätten wir hochgerechnet auf das 24-stündige Rennen teilweise neun Stopps weniger gemacht als die Konkurrenz. Das holst du durch schnellere Rundenzeiten von einer Sekunde nicht wieder rein. Rundenzeiten am absoluten Limit bedeuten immer auch Risiko und dieses versuchen wir so gut wie möglich zu minimieren.“

Die Strategie für das Erreichen eines Heimsieges ist also klar, dabei sah es bereits in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr danach aus, als würde die NRT-Truppe überhaupt noch weiter am WM-Zirkus teilnehmen können.
„Schon nach der Saison 2015 kamen Gedanken über einen Rückzug aus der WM auf, aber mit der Aussicht auf das Finale in Oschersleben haben wir uns dazu entschieden, weiterzumachen. Es wird einfach immer schwieriger und es ist auch eine Zeitfrage. Unser Team besteht ja nicht aus Profis, ich nenne sie immer Hobby-Profis, die das alles professionell aber in ihrer Freizeit machen. Auch ich arbeite ganz normal und organisiere das dann nach der Arbeit. Aber wenn in Oschersleben eine WM endet, dann wollten wir nochmal dabei sein. Das Ergebnis war, dass wir als Führende nach Oschersleben kamen, hatten unverschuldet Pech – haben die WM aber noch als Dritter beendet, sicher ärgerlich aber im Nachhinein betrachtet die beste Saison, die wir je hatten“, resümiert der 45-Jährige.

Das Rennen des einzigen deutschen WM-Laufs der FIM Langstrecken Weltmeisterschaft startet am Samstag, 20. Mai um 14 Uhr. Von Donnerstag bis Sonntag füllen zahlreiche Rahmenserien sowie ein buntes Programm für die ganze Familie den Zeitplan. Unter anderem ist die FIM Seitenwagen Weltmeisterschaft am Start, der F-Junioren Supercup des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt und ein achtstündiges Rennen für ferngesteuerte Fahrzeuge gehören ebenso zum Programm wie die Partys mit Cover Rock Bands am Abend.

Der Eintritt kostet im Vorverkauf für alle vier Tage 35 Euro zuzüglich Gebühren, alle Infos zur Veranstaltung gibt es auf www.german-speedweek.de.

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